Ab dem 19. Mai und für zwei Monate wird Barcelona erneut zum Schauplatz des Fotofestivals DOCfield in seiner Ausgabe 2016.
Das Festival, das seit einigen Jahren in Barcelona stattfindet, ist eine kollektive Initiative unter der Leitung der Stiftung Photographic Social Vision, die sich mit besonderem Engagement der Dokumentarfotografie und dem Fotojournalismus widmet.
DOCfield ist ein absolutes Muss für alle, die sich für Fotografie, Fotojournalismus, Bildsprache, visuelle Kritik und Kunst im Allgemeinen begeistern.
Mehr als 100 Künstler präsentieren ihre Werke auf 30 Ausstellungen, die an verschiedenen Orten in der katalanischen Metropole zu sehen sind.
Das diesjährige Motto von DOCfield lautet: EUROPE: Lost in Translation
Die künstlerische Leitung setzt damit auf ein hochaktuelles Thema – genau das, was man von einem Festival für Fotojournalismus erwarten darf.
Es ist an der Zeit, über uns selbst zu sprechen: über das heutige Europa, unsere Identität, das, was uns ausmacht, und unsere Zukunftsperspektiven. Dabei wird die ideologische Essenz des alten Kontinents hinterfragt – ein Europa voller geografischer, kultureller und wirtschaftspolitischer Grenzen.
Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr Identität und gesellschaftliche Werte. Ziel ist es, neue Inhalte und aufstrebende Autorinnen und Autoren – national wie international – einzubinden, die mit der Sprache des Editorials vertraut sind.
Die Botschaft ist klar und unmissverständlich: Es geht darum, einen Dialog zu eröffnen und das Europa, in dem wir leben, sichtbar zu machen – ein Europa in Aufruhr, geprägt von Flüchtlingsströmen, ein Europa, das den Hilferufen der Bedürftigsten nicht gerecht wird, das die Träume derer, die an seine Tür klopfen, ebenso wenig erfüllt wie die derjenigen, die sie öffnen sollten. Ein Europa voller Finanzskandale, dem Wiedererstarken nationalistischer Ideologien – kurz: das Europa der absoluten Ungleichheit.
Kuratorin und künstlerische Leiterin ist Natasha Christia – unabhängige Kuratorin, Autorin und Dozentin mit Wohnsitz in Barcelona.
Seit 2005 unterrichtet sie Fotografie an verschiedenen Institutionen in Spanien und anderen Ländern. Sie veröffentlicht regelmäßig Beiträge zur Fotokritik in internationalen Magazinen wie 1000 Words und Aperture Photobook Review und schreibt auch für Bücher von Fotografen wie Reginee Petersen.
Zu ihren kuratorischen Projekten zählen unter anderem Refotografiar Barcelona con Mark Klett (Arxiu Fotogràfic de Barcelona, 2012, gemeinsam mit Ricard Martínez), Mark Klett: Time Studies (Galería Tagomago, 2012), Apropiaciones de Barcelona: Archivos y colecciones de Jordi Barón Santiago Garcés y Santos Montes (DOCfield>14) und Self (Galería H2o, 2014).
Im Folgenden stellen wir einige der Ausstellungen vor, die in den kommenden zwei Monaten zu sehen sein werden.
“M” von Misha Pedan
M wie Metro, M wie Misha – eine poetische Chronik aus der Zeit der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik.
Alle Aufnahmen entstanden heimlich während der Metrofahrten des Fotografen in Charkiw zwischen 1985 und 1986. Die 45-minütige Strecke nutzte er, um die Menschen zu porträtieren, die tagtäglich mit der Metro unterwegs waren.
The Castle von Federico Clavarino
Europa ist mehr als eine Ansammlung von Ländern oder eine geografische Einheit – es ist eine Idee. In dieser Ausstellung spürt der Künstler den Spuren nach, die Ideen auf Gegenständen und Menschen in Europa hinterlassen. In den Mauern der Städte, auf den Straßen, in der Kleidung der Menschen lassen sich diese Spuren entdecken. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie diese Ideen definiert werden und wie sie dazu dienen, Territorien zu bestimmen und zu verteidigen.
Das vollständige Festivalprogramm sowie alle weiteren Informationen finden Sie auf der offiziellen Website von DOCfield: docfieldbarcelona.org
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