Es gibt Grafikdesign-Projekte, die einfach nur ein visuelles Erscheinungsbild schaffen. Und dann gibt es die wenigen, die – wie Kulturhavna – eine Identität erschaffen, die lebt, atmet und sich mit der Gemeinschaft weiterentwickelt. Entwickelt von Anti (Norwegen) und ausgezeichnet mit dem European Design Awards 2025 – Gold in der Kategorie Brand Logo, definiert dieses Projekt, was eine Marke im öffentlichen Raum heute sein kann, völlig neu.
Aus unserer Sicht als Agentur für Kommunikation und Grafikdesign in Barcelona, spezialisiert auf Branding, Webdesign und visuelle Identität, ist Kulturhavna ein Paradebeispiel für Innovation: Das Projekt zeigt, dass Design flexibel, dynamisch, partizipativ und zutiefst menschlich sein kann. Eine ideale Referenz, um zu überdenken, wie wir Marken für Institutionen, Stadtviertel, Kulturprojekte und partizipative Prozesse gestalten.
Kulturhavna – „Culture Harbor“ – ist ein temporäres Stadtentwicklungsprojekt in Ålesund, Norwegen. Die Ausgangsfrage ist so einfach wie radikal: Wie füllen wir einen urbanen Raum mit Kultur? Und noch wichtiger: Wie kann diese Kultur die visuelle Identität prägen?
Statt ein statisches Logo oder ein starres Manual zu entwerfen, entschied sich Anti dafür, dass die Identität genau das widerspiegeln sollte, was im Raum passiert: ein Ort im Wandel, geprägt von den Bedürfnissen, Wünschen und Beiträgen der Menschen vor Ort. So entstand eine modulare, sich entwickelnde Identität – ein grafisches System, das offen ist für Interpretation und Mitgestaltung.
Das Herzstück des Systems ist der Buchstabe „K“ für Kultur. Doch es handelt sich nicht um einen festen Buchstaben, sondern um ein Symbol, das aus einem dreigeteilten Raster aufgebaut ist. Jede dieser Flächen wird mit handgezeichneten Icons gefüllt, die Aktivitäten, Ideen oder Nutzungsvorschläge der Bewohner repräsentieren: kulturelle Veranstaltungen, Kinderspiele, Sportbereiche, Workshops, Begegnungsorte, kreative Installationen …
Dieses generative System ermöglicht über 1.953.125 einzigartige Kombinationen. Jede Person, die sich bei Kulturhavna beteiligt, gestaltet ihr eigenes „K“ – eine individuelle Version des Logos. Das Ergebnis ist eine Identität, die nicht einfach den Ort repräsentiert, sondern mit dem Ort gemeinsam entsteht.
Eine der stärksten Entscheidungen des Projekts war es, auf das klassische Logo zu verzichten. Stattdessen entwickelte Anti ein System, das sowohl visuell als auch methodisch ist: Die Identität entsteht direkt aus der Beteiligung der Gemeinschaft.
Damit bricht das Projekt mit traditionellen Branding-Modellen in Europa – und eröffnet spannende Perspektiven für Städte wie Barcelona, in denen partizipative Prozesse längst ein zentraler Bestandteil moderner Stadtentwicklung sind.
Die Philosophie dahinter ist klar: Eine Identität, die auf urbaner Erneuerung basiert, darf nicht statisch sein. Sie muss lebendig, flexibel und inklusiv sein. Kulturhavna ist der Beweis dafür.
Damit die Identität nicht nur ein visuelles Konzept bleibt, entwickelte Anti eine digitale Beteiligungsplattform, die zugänglich, intuitiv und motivierend gestaltet ist. Ihr Ziel: Die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger werden zur Grundlage, die sowohl die Identität als auch die Zukunft des Stadtraums prägt.
Die Plattform ermöglicht es den Bewohnern:
Dieser Ansatz löst ein bekanntes Problem: Klassische Beteiligungsformate (Umfragen, Sitzungen, Panels) sind oft wenig attraktiv und erreichen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung. Kulturhavna setzt stattdessen auf Gamification und sofortige Visualisierung.



Sobald ein Nutzer seinen Beitrag erstellt, generiert die Plattform eine einzigartige Version des „K“, bestehend aus den drei gewählten Icons. Dieses „K“ wird zu seinem Kulturhavna – ein visuelles Zeichen der eigenen Beteiligung.
Dieses individualisierbare Symbol stärkt die emotionale Bindung zum Projekt. So funktioniert die Marke sowohl auf kollektiver als auch auf persönlicher Ebene – etwas, das bei institutionellen oder städtischen Identitäten selten ist.
Die personalisierten Logovarianten finden Anwendung auf:
So verlässt die Identität den Bildschirm und wird Teil des realen Lebens der Menschen vor Ort.



Neben der visuellen Identität bietet die Plattform ein Echtzeit-Dashboard, das zeigt:
Diese Transparenz macht Design zur Brücke zwischen Bürgerschaft und Verwaltung – ein Ziel, das viele Städte, auch Barcelona, seit Langem verfolgen. Grafikdesign wird hier zur aktiven Zuhörschnittstelle.
Kulturhavna zeigt, wie Datenvisualisierung + modulare Identität + Beteiligung = eine effektive Formel für wirklich inklusive Stadträume ergibt.



Besonders spannend ist die Fähigkeit des Projekts, über den Bildschirm hinaus zu wirken. Als modulares, anpassungsfähiges und stark visuelles System lässt sich Kulturhavna nahtlos einsetzen für:
Jede Anwendung im Stadtraum stärkt die zentrale Botschaft: Dieses Projekt ist von und für die Menschen gemacht.


Für alle, die im Bereich Grafikdesign, Branding und Webdesign in Barcelona arbeiten, ist Kulturhavna eine außergewöhnliche Referenz. Nicht nur wegen der perfekten visuellen Umsetzung, sondern auch, weil das Projekt zeigt: Die Marken der Zukunft – insbesondere öffentliche und kulturelle Marken – müssen:
Das Projekt macht deutlich: Design bedeutet nicht, eine Realität zu dekorieren, sondern sie mitzugestalten. Eine Identität, die mit ihrer Gemeinschaft wächst, bleibt bestehen.


Kulturhavna wurde ausgezeichnet mit:






Kulturhavna ist keine klassische Marke, sondern ein lebendiges System. Ein Organismus in Bewegung, von der Gemeinschaft geschaffen und ständig im Wandel. Es zeigt, dass Grafikdesign demokratischer, emotionaler und stärker mit dem Ort verbunden sein kann.
Für alle, die in Branding, Kommunikation und Webdesign in Barcelona tätig sind, ist dieses Projekt nicht nur inspirierend – es ist ein Fingerzeig, wohin sich visuelle Identitäten in Zukunft entwickeln: hin zu flexiblen, partizipativen Systemen, die Dialog und Zugehör
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