Diese Woche sorgte eine Nachricht für großes Aufsehen – und wie sehr wir staunten, hing ganz klar von unserem Wissen über das Internet ab.
Damit wir nicht völlig im Dunkeln tappen, wollen wir heute einige Schlüsselfaktoren beleuchten, die helfen, die folgende Meldung besser zu verstehen:
„Am vergangenen Freitag, dem 21. Oktober, legte ein DDoS-Angriff den Dienstleister Dyn lahm. In der Folge waren Dutzende Websites, Onlinedienste und mehrere soziale Netzwerke wie Amazon, Reddit, Github, Spotify und andere nicht erreichbar. Der Angriff nutzte Schwachstellen in Millionen von vernetzten Geräten, Zubehörteilen und Haushaltsgeräten aus.“
„Der Angriff hätte von Personen mit nur geringen technischen Kenntnissen durchgeführt werden können – und aktuell gibt es kaum Möglichkeiten, sich dagegen zu schützen.“
„Die Angreifer setzten Botnets ein, die mithilfe von Mirai gezielt Schwachstellen in Firmware und Betriebssystemen ausnutzten.“
Diese drei Absätze fassen die wichtigsten Aspekte der Nachricht zusammen, die als Grundlage für diesen Beitrag dient.
Zunächst sollten wir jeden Punkt einzeln betrachten, um die zentralen Erkenntnisse herauszufiltern.
Es gibt wohl kaum etwas, das für Hacker reizvoller ist, als einem Großkonzern den Tag zu vermiesen – und wenn man damit auch noch in die Schlagzeilen kommt, umso besser.
Das Hauptmotiv ist also klar: Aufmerksamkeit und Ruhm.
Um das zu erreichen, genügt es, Botnets einzusetzen, die massenhaft Anfragen an die oben genannten Websites senden.
Ja, Botnets – die neuen digitalen Söldner: Sie werden nicht müde, brauchen keine Nahrung und verbrauchen kaum Ressourcen.
Botnets sind Netzwerke aus Computern oder Servern, die von Schadsoftware infiziert wurden und sich ferngesteuert für Angriffe nutzen lassen. Der Botnet-Betreiber kontrolliert alle infizierten Geräte zentral und anonym.
Vom bequemen Sessel aus programmiert der Angreifer seine Botnets so, dass sie sich unbemerkt auf unsere Rechner schleichen und diese wie eine Art Gehirn-Parasit übernehmen – und das möglichst, ohne dass wir etwas davon merken.
Stellen wir uns vor, jemand baut ein Botnet mit kriminellen Absichten auf. Zuerst werden Millionen Computer weltweit infiziert – ist das geschafft, können die Bots nach Belieben gesteuert werden.
Server funktionieren im Grunde einfach: Sie speichern unsere Websites und liefern sie auf Anfrage aus.
Eine Anfrage ist zum Beispiel der Besuch einer Website wie JordiEnsenyatDisseny oder das Abonnieren eines Newsletters eines Lieblingsmuseums.
Solange solche Anfragen organisch und in normalem Umfang erfolgen, ist das kein Problem – die Serverkapazitäten werden schließlich für menschliches Verhalten ausgelegt.
Wenn aber plötzlich Millionen von Computern gleichzeitig Anfragen stellen, sieht die Sache anders aus. Genau deshalb werden Bots eingesetzt: Ein einzelner Angreifer mit bösen Absichten kann so die Schlagkraft von Millionen Menschen simulieren.
Um zu verhindern, dass der eigene Rechner Teil eines solchen Botnets wird, reicht es meist schon, ein gutes Antivirenprogramm und eine effektive Malware-Erkennung zu installieren – letzteres ist entscheidend, damit der Computer nicht zur „Zombie“-Maschine wird.
Das Besondere an diesem Angriff: Er wurde über das Internet der Dinge ausgeführt.
Das Internet der Dinge umfasst alle Alltagsgeräte, die heute mit dem Internet verbunden sind.
Mittlerweile gibt es unzählige Produkte mit WLAN und Internetzugang auf dem Markt.
Kühlschränke, die vor ablaufenden Lebensmitteln warnen, Sportschuhe, die Nutzerdaten in die Cloud senden, intelligente Kinderspielzeuge …
Diese Geräte bieten enormes Potenzial, sind aber oft nur unzureichend gegen Schadsoftware geschützt – ein echtes Risiko.
So lief auch der Angriff ab: Die WLAN-Verbindungen von Millionen infizierter Videokameras wurden genutzt, um die Dyn-Infrastruktur mithilfe von Mirai gleichzeitig lahmzulegen.
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