Vor wenigen Tagen wurde das neue Projekt von La Virreina Centre de la Imatge vorgestellt.
Mit dem neuen Projekt geht auch ein Wechsel in der künstlerischen Leitung einher: Ab sofort wird Valentín Roma das Projekt übernehmen und führen.
Valentín Roma gewann die öffentliche Ausschreibung für die Stelle des Zentrumsdirektors für einen Zeitraum von zwei Jahren.
Er hat eine Veränderung der Philosophie, der Ziele und der Methodik angekündigt, die das Zentrum mit seinem Amtsantritt erfahren wird.
Außerdem gab er einen Vorgeschmack auf einige Ausstellungen, die im Zentrum geplant sind, sowie auf die öffentlichen Programme, die umgesetzt werden sollen.
In seinen eigenen Worten: “Das Bild mit dem Visuellen gleichzusetzen, ist reduktionistisch… Nach einer Phase, die vor allem der Erforschung der fotografischen Kultur gewidmet war, beginnen wir nun eine neue Etappe, in der wir den Blick auf Praktiken richten, die aus Bereichen wie Kino, Fernsehen oder Literatur heraus die historische Entwicklung und die Reichweite von Bildern in bestimmten künstlerischen Projekten sichtbar machen.”
In letzter Zeit hat sich La Virreina im Ausstellungsbereich als fotografische Referenz etabliert; wir konnten in seinen Räumen zahlreiche Fotoausstellungen genießen.
Einige Beispiele, die mir in den Sinn kommen, sind: Barcelona Metròpolis, Sophie Call, Jordi Socias, Objectiu BCN, Kapuscinsky, Martin Parr, Garcia- Alix oder Colita-Ubiña.
Es ist also kein Wunder, dass sich das für einen Fotoliebhaber wie mich fast wie ein Nachruf anfühlt.
Trotzdem bin ich sicher, dass La Virreina, auch wenn es sich ein wenig von seiner bisherigen Ausstellungslinie entfernt, weiterhin Fotoausstellungen programmieren wird.
Und wenn nicht, bleibt uns nichts anderes übrig, als zwei Jahre zu warten, bis man den Fehler erkennt.
Wobei im vorgestellten Programm immerhin “People of the 20th Century” des deutschen Fotografen August Sander enthalten ist, ein echter Klassiker der Fotografie, über den wir zu gegebener Zeit noch sprechen werden.
Und um weiter seine ins Spanische übersetzten Worte zu zitieren:
“Es wird auf der Grundlage von drei Paradigmen gearbeitet:
Eins nach dem anderen: Wie gern würde ich mit dieser kreativen Ausdruckskraft sprechen können.
Ausgehend von diesen Prämissen werden Seminare, Workshops, Kurse und Dialoge organisiert.
Das Erdgeschoss des Gebäudes soll diesen Aktivitäten gewidmet werden, die für die Bürgerinnen und Bürger offen sind.
Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie das breite Publikum auf einen solchen künstlerischen Vorschlag reagiert.
Es stimmt schon: Evolution entsteht nur in Krisenzeiten.
Also können wir vorerst an Fotocolectania denken.
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